Gut zu wissen
Gut zu wissen
Praktische Tipps für eure Bolivienreise — Höhe, Geld, Sicherheit und mehr.
Höhe & Gesundheit
La Paz liegt auf 3.640 m und der Flughafen El Alto auf 4.061 m. Zum Vergleich: Der höchste Punkt der Alpen liegt bei etwa 3.800 m — und die meisten europäischen Skigebiete enden bei rund 2.500 m. Ihr werdet die Höhe spüren.
Genau deshalb beginnt unsere Reise in Santa Cruz auf nur 400 m. Während ihr westwärts über Sucre (2.800 m) nach La Paz reist, passt sich euer Körper allmählich an. Wenn ihr könnt, folgt dieser Route, statt direkt nach La Paz zu fliegen — die Höhe haut bei der Ankunft sonst ordentlich rein.
Was euch erwartet: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, vielleicht etwas Übelkeit. Meist bleibt es mild und legt sich nach ein paar Tagen. Lasst es am ersten Tag in der Höhe ruhig angehen, trinkt viel Wasser und verzichtet am ersten Abend auf Alkohol.
Mate de Coca (Kokablätter-Tee) ist legal, überall erhältlich und hilft wirklich. Trinkt ihn bedenkenlos — die Einheimischen nutzen ihn seit Jahrhunderten.
Wenn es euch schlecht geht und nicht besser wird — geht tiefer. Schon ein paar hundert Meter Abstieg machen einen spürbaren Unterschied. Von La Paz kommt ihr relativ schnell hinunter nach Coroico oder in die tiefere Zona Sur. Bei ernsten Symptomen (anhaltende starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Atemnot in Ruhe) sucht medizinische Hilfe — La Paz hat gute Kliniken.
Impfungen & medizinische Vorbereitung
Eine Gelbfieberimpfung wird empfohlen — und ist Pflicht, wenn ihr aus bestimmten Ländern einreist. Für Rurrenabaque und das Amazonas-Tiefland braucht ihr sie ebenfalls. Holt sie euch mindestens 10 Tage vor der Reise.
Weitere Impfungen sind nicht vorgeschrieben, aber sprecht mit eurem Arzt über Hepatitis A/B, Typhus und die üblichen Auffrischungen.
Apotheken in Bolivien sind gut sortiert und viele Medikamente gibt es rezeptfrei. Trotzdem: Bringt eure wichtigsten Medikamente von zu Hause mit.
Die europäische Krankenversicherung (EHIC) gilt nicht in Bolivien. In den großen Städten gibt es private Kliniken, falls ihr sie braucht.
Wir empfehlen, vor der Reise eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Sie deckt typischerweise Reisen bis 6 Wochen ab — mehr als genug für diese —, zahlt Behandlungen im Ausland und, ganz wichtig, den medizinischen Rücktransport. Günstig ist sie auch: Eine Jahrespolice kostet oft unter 20 EUR.
Sicher essen & trinken
Trinkt kein Leitungswasser — Wasser in Flaschen ist günstig und überall erhältlich.
Meidet rohes Gemüse (Salate, Tomaten) in Restaurants und an Straßenständen — es wird mit Leitungswasser gewaschen. Gekochtes Essen und geschältes Obst sind unbedenklich.
Streetfood gehört fest zum Erlebnis dazu und ist in der Regel sicher, solange es frisch gekocht und heiß ist. Habt keine Angst davor — nutzt einfach euren gesunden Menschenverstand.
Sicherheit & Bloqueos
Bolivien ist für Reisende grundsätzlich sicher. Die üblichen Regeln gelten — zeigt keine teuren Sachen, nehmt nachts registrierte Taxis und habt Kopien eures Passes dabei. Nehmt außerhalb der Unterkunft nur mit, was ihr braucht.
Bloqueos (Straßenblockaden) gehören fest zum politischen Leben Boliviens. Proteste und Märsche gibt es häufig, besonders in La Paz. Straßen können für Stunden oder gelegentlich Tage gesperrt sein. Das ist hier normal — nicht gefährlich, nur etwas, das man wissen und flexibel nehmen sollte.
Das heißt auch: Eure Reisepläne brauchen Luft. Eine Bolivienreise auf den Tag genau durchzuplanen funktioniert nicht. Seid spontan!
Wenn ein Bloqueo eure Pläne durchkreuzt: Bleibt geduldig, fragt Einheimische und versucht nicht, euch durchzudrängen.
Geld
Die Währung ist der Boliviano (BOB). Der offizielle Kurs liegt bei etwa 1 EUR = 7–8 BOB, aber wenn ihr Euro oder Dollar in bar mitbringt und vor Ort wechselt, bekommt ihr deutlich bessere Kurse.
Bargeld ist König — viele Orte akzeptieren keine Karten, besonders außerhalb der großen Städte. Geldautomaten gibt es in den Städten reichlich, aber oft mit Abhebelimits (~2.000–3.000 BOB pro Transaktion). Nehmt eine Ersatzkarte mit.
Trinkgeld wird nicht überall erwartet, aber gern gesehen — etwa 10 % im Restaurant, falls nicht schon enthalten.
Bolivien ist sehr günstig. Ein einfaches menú del día bringt euch ein komplettes Mittagessen für ein paar Bolivianos. Andererseits könnt ihr auch westliche Preise ausgeben — besonders in internationalen Restaurants oder wenn ihr Lust auf etwas Bestimmtes habt.
Sprache
Spanisch ist die Hauptsprache. In den Städten kommt ihr manchmal mit Englisch durch, verlasst euch aber nicht darauf.
Ein paar Grundlagen helfen enorm — hola, gracias, cuánto cuesta, la cuenta por favor. Die Mühe wird geschätzt.
Ladet vor der Reise das Offline-Spanischpaket von Google Translate herunter — es ist wirklich nützlich, wenn ihr mal nicht weiterkommt.
Handy & Internet
WLAN gibt es in den meisten Hotels und Cafés der Städte, es kann aber wacklig sein.
Lokale SIM-Karten sind günstig und leicht zu bekommen — Entel oder Tigo sind die großen Anbieter. Ihr bekommt sie mit eurem Pass am Flughafen oder in jedem Handyladen.
Daten sind sehr günstig — ein paar GB kosten nur wenige Euro.
Strom & Stecker
Bolivien nutzt Stecker vom Typ A und C. Europäische Stecker (Typ C, zwei runde Stifte) passen in die meisten Steckdosen ohne Adapter.
Die Spannung beträgt 230 V/50 Hz — wie in Europa, europäische Geräte brauchen also keinen Konverter.
Wetter & Packliste
März und April sind das Ende der Regenzeit. Rechnet mit warmen, sonnigen Vormittagen und Schauern am Nachmittag, besonders in La Paz.
Die Temperaturen variieren stark mit der Höhe — Santa Cruz ist tropisch (30 °C+), die Tage in La Paz sind angenehm (~15 °C), aber die Abende werden kalt (~5 °C). Der Uyuni-Trip steigt auf fast 5.000 m — der Geysir-Stopp am frühen Morgen liegt um den Gefrierpunkt, packt dafür also warme Schichten ein.
Packt im Zwiebelprinzip. Sonnencreme, Sonnenbrille und Hut sind Pflicht — die UV-Strahlung in der Höhe ist intensiv, auch bei Wolken.
Eine Regenjacke und ein warmer Fleece oder Pullover für die Abende in La Paz decken die meisten Situationen ab.
Koka mit nach Hause nehmen
Kokablätter und Koka-Produkte sind in Bolivien allgegenwärtig — und hier völlig legal. Sie mit nach Hause zu nehmen ist eine andere Geschichte: In Deutschland, dem Rest der EU, den USA und den meisten anderen Ländern ist Koka in jeder Form eine kontrollierte Substanz und darf nicht eingeführt werden. Das gilt für die Blätter selbst genauso wie für die harmlos aussehenden Teebeutel aus dem Supermarkt.
Vielleicht habt ihr am Zoll Glück mit einer Packung Koka-Tee oder Koka-Schokolade — aber technisch ist es verboten, und das Risiko tragt ihr. Um sicherzugehen: Genießt es hier und lasst es hier.
